BUND Kreisverband Fulda

Der naturnahe Garten im Herbst und Winter

Im Herbst wird im naturnahen Garten nicht alles abgeräumt. In dieser Zeit haben wir die Gelegenheit, Lebensräume zu erhalten oder neu zu schaffen, die verschiedenen Tieren Unterschlupf und Futter bieten. Junge einheimische Sträucher und Bäume sowie Frühblüher werden gepflanzt.

Der BUND-Tipp im Herbst:

Winterquartier für Insekten in verblühten Stauden  (Julia Vogt / Martina Fuchs)

„Wer ein Herz für Tiere hat, sollte im Herbst seinen Garten nicht blitzblank aufräumen. Laubreste, Reisighaufen und verblühte Blumen sollten nicht vollständig entsorgt werden. Sie können im Winter verschiedenen Tieren Unterschlupf und Futter bieten.“

VERBLÜHTE BLUMEN IM STAUDENBEET UND IN DER BLUMENWIESE
Stauden und Blumenreste (Samen) liefern gutes Vogelfutter für Körnerfresser wie Distelfinken, Grünfinken, Ammern und Zeisige. In und an alten Blüten und Pflanzenstängeln überwintern zahlreiche Insekten, z. B. Wildbienen, die ihre Eier in hohle, trockene Stängel legen und deren Larven darin überwintern und im Frühjahr schlüpfen. Ein nicht gemähtes Stück Blumenwiese bietet Insekten weitere Überwinterungsquartiere.

WINTERDECKE AUS LAUB UND GRÖSSERE LAUBHAUFEN
Das Laub kann dort, wo es nicht stört, liegenbleiben. Es bietet am Boden lebenden Kleintieren wie Würmern, Insekten, Spinnen und Kleinsäugern Nahrung, Lebensraum und Winterschutz. Der Gartenboden erhält eine Deck-Schicht, die ihn und die Pflanzenwurzeln vor Austrocknung und bei extremer Kälte schützt und durch die Verrottung der Blätter Humus und Nährstoffe liefert.

Von Wegen und Rasen abgeräumtes Laub kann auf Beete, unter Sträucher und Hecken verteilt werden. Wer einen wind- und regengeschützten Platz im Garten hat (z. B. an Zaun oder Mauer, zwischen Bäumen und Büschen) kann einen großen Laubhaufen anlegen. Er ist ein gutes Winterquartier für Reptilien und Amphibien, auch für Schnecken und Insekten und deren Larven und Eier, die wiederum auch Vögeln als Futter dienen. Laub in Kombination mit Ästen und Zweigen bietet auch größeren Tieren wie Igeln ein Winterquartier.

REISIGHAUFEN ALS IDEALER PLATZ FÜR EINEN WINTERSCHLAF
Äste und Zweige, die beim Schneiden von Bäumen und Sträuchern anfallen, können in einer Gartenecke zu einem Ast- und Reisighaufen aufgeschichtet werden. Auf dem Erdboden werden zuerst dickere Äste gestapelt, um Hohl- und Lebensräume für die Wintergäste zu schaffen. Dann folgen dünne Zweige und darauf kann zusätzlich Laub geschichtet werden. Alle drei Schichten werden abwechselnd aufgelegt. So entsteht ein idealer Platz für den Winterschlaf der Igel, aber auch Kröten, Reptilien und Spitzmäuse finden Schutz und Nahrung.

BÄUME UND STRÄUCHER PFLANZEN UND BLUMENZWIEBELN SETZEN
Der Herbst ist die beste Jahreszeit, um heimische Bäume und Sträucher zu pflanzen.
Jetzt ist auch die richtige Zeit, um Blumenzwiebeln von Winterlingen, Schneeglöckchen, Krokussen, Märzenbechern und Tulpen zu setzen. Bei der Aussaat werden die Zwiebeln in Gruppen angeordnet und etwa doppelt so tief eingegraben wie sie hoch sind.

IM WINTER
Im Winter sollten die Laub- und Reisighaufen und seine schlafenden Bewohner in Ruhe gelassen werden, also nicht nachschauen, festklopfen oder nachfüllen.

Erst einige Wochen nach dem letzten Frost im Frühjahr können die Haufenreste zerstreut werden, so dass die Tiere die Möglichkeit haben, sich eine neue Bleibe zu suchen. Die Haufen können aber auch gerne liegen bleiben, im Sommer bieten sie Schutz vor Hitze und Trockenheit und sind ein willkommenes Tagesversteck.

Im Winter haben Sie als Gärtner Zeit, um Pläne für Ihren Garten zu machen, um ihn noch naturnäher zu gestalten. Schauen Sie, was schon vorhanden ist an geplanten und zufälligen Lebensräumen für einheimische Pflanzen und Tiere, was Sie gerne noch hätten und wie es machbar ist.