Update 2023 zum Projekt "Bündnis für Biologische Vielfalt in der Region Fulda"

Die Bund-Broschüre "Mehr biologische Vielfalt in der Kommune" ist da und kann heruntergeladen werden!  (BUND)

Das Projekt im Landkreis „Stadt – Natur – Lebensqualität – Bündnis für Biologische Vielfalt in der Region Fulda“ wurde in 2022 und 2023 weiter fortgesetzt. Es fanden mehrere Gespräche mit Bürgermeistern/Kommunen statt.

Im September 2022 konnten wir einen Workshop für Kommunalvertreter*innen, Mitarbeitende von Kommunen und Ehrenamtliche in Fulda veranstalten. Insgesamt 31 Teilnehmende, auch aus Wiebaden und Brandenburg nahmen teil. Kommunen für biologische Vielfalt stellten sich vor, das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) war mit einem Vortrag dabei, und wir stellten die neue BUND-Broschüre „Mehr Biologische Vielfalt in der Kommune“ vor.

Nachdem im November 2021 das Konzept in der Bürgermeisterkreisversammlung des Landkreises vorgestellt wurde, können wir jetzt einen ersten Meilenstein verzeichnen. Es hat sich auf unsere Initiative hin im Februar 2023 im Landkreis Fulda eine AG Biodiversität gegründet, in der Kommunalvertreter*innen über das weitere Vorgehen beraten. Ziel ist, sowohl sinnvolle Maßnahmen zu entwickeln und auch ein Finanzierungskonzept zu erstellen, da für die Sicherstellung der Durchführbarkeit zusätzliche finanzielle und personelle Mittel benötigt werden. Der BUND unterstützt den Arbeitskreis bei Koordination und Durchführung. Das Ziel ist, möglichst viele oder sogar alle Kommunen zu überzeugen, dass die Verabschiedung einer (möglichst gemeinsamen) Biodiversitätsstrategie auch für das Klima und damit auch für alle Bürger*innen des Landkreises von großem Vorteil ist. Es fanden zwei erste Workshops statt, die Fortsetzung in 2024 ist bereits geplant.

Weitere Einzeltermine mit Bauämtern, Bauausschüssen und Gemeindevertretungen sind absolviert bzw. in der weiteren Planung. Unter anderem fanden Vorträge in den Kommunen Hofbieber, Neuhof, Petersberg, Künzell statt. Vertretern aus Politik und Gemeindevertretungen des Landkreises Hersfeld-Rotenburg trafen sich ebenfalls mit uns, um mit uns darüber zu sprechen, wie Baugebiete nachhaltig im Sinne von Klimaschutz, Klimaanpassung und Erhaltung der biologischen Vielfalt geplant werden können.

Weitere Termine mit Kommunen werden akquiriert. Wenn Sie einen Termin für Ihre Gemeinde mit uns verabreden möchten, wenden Sie sich bitte an ingeborg.peine@bund-fulda.de

Bericht AG Naturgarten des BUND KV Fulda auf der JHV vom 07.04.2022

Teilbereich von Ingeborg Peine

 (Ingeborg Peine)

Seit Frühjahr 2021 bin ich Mitglied in der „AG Naturgarten“. Wir haben uns die Förderung und den Schutz und die Erhaltung der Biologischen Vielfalt zur Aufgabe gemacht. Nachstehend der Bericht zu den von mir übernommenen Teilaufgaben im vergangenen Jahr:

In Bebauungsplänen wird die Nutzung des Bodens und der Natur auf Jahrzehnte nachhaltig beeinflusst. Da die Naturschutzverbände das Recht haben, zu diesem Thema gehört zu werden, arbeite ich seit Herbst 2021 in der AGN (Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände) mit, die im Landkreis Fulda Stellungnahmen verfasst. Die Stellungnahmen des BUND sollen möglichst viele schädliche Auswirkungen auf Natur und Umwelt verhindern helfen. Mein besonderer Schwerpunkt in den Stellungnahmen liegt auf den Themen Bodenschutz, Schutz der Biodiversität und Klimaschutz-/Klima-Anpassungmaßnahmen.

Lichtverschmutzung mit ihren schädlichen Auswirkungen auf Menschen und Natur nimmt immer mehr zu. Daher gibt es auch in Fulda den Arbeitskreis Lichtverschmutzung, in dem sowohl Lothar Jestädt als auch ich mitarbeiten. Wir kooperieren auch mit dem im Frühjahr 2022 neu gegründeten „Hessischen Netzwerk gegen Lichtverschmutzung“, in dem sich Mitglieder von Umweltverbänden, Wissenschaftler, Sternwarten etc. hessenweit zusammengefunden haben, und wir profitieren durch diese Vernetzung bei unseren Bemühungen für besseren Naturschutz. In Gesprächen mit Politiker*innen, Bürger*innen und Selbständigen leisten wir Aufklärung und Beratung.

Im Arbeitskreis „AK Stadtnatur Hessen“ tauschen sich die hessischen BUND-Gruppen regelmäßig über Maßnahmen zum Schutz der Natur und Umwelt im Siedlungsbereich aus.

Die neu gegründete bundesweite Arbeitsgruppe „Wohnen und Umwelt“ erarbeitet Konzepte, wie wir Wohnen und Umwelt unter sich ändernden Klimabedingungen auch zukünftig umweltschonend und suffizient miteinander kombinieren können.

Da wir

  • den Klimawandel mit steigenden Temperaturen auch bei uns bereits bemerken (weltweite Naturereignisse und Messwerte - auch in Deutschland und in Fulda - zeigen eine globale Temperaturerhöhung seit 1880 mit einer Abweichung im Jahr 2016 von + 0,89 °C)
  • sowie länger andauernde Hitzeperioden im Sommer, aber auch länger andauernde und häufigere Extremwetterlagen erwarten (z. B. intensive Niederschläge mit Hochwasser – wie wir sie bereits kennengelernt haben)
  • und auch die zunehmende Zerstörung der Umwelt, von Flora und Fauna und unseren Böden bemerken,

müssen wir leider feststellen:

Neben der Klimakrise ist der Verlust der Biologischen Vielfalt die größte globale Umweltgefährdung.

ABER:

  • ohne gesunde Böden kann keine gesunde Biologische Vielfalt entstehen
  • ohne gesunde Böden, Flora und Fauna gelingt kein Klimaschutz
  • denn Böden, Meere, Flora und Fauna sorgen in einem fein abgestimmten System für den Abbau des CO2.

Menschen haben Erde und Natur durch (technischen) Einfluss nachhaltig verändert und den Klimawandel und die Zerstörung der Natur verursacht.

Klimaschutz gelingt also nur, wenn wir – neben selbstverständlichen technischen Maßnahmen wie Vermindern und Vermeiden von CO2-Ausstoß – auch und besonders die lebenden Organismen der Biologischen Vielfalt, die unser Überleben sichern, aktiv schützen und fördern.

Da vielen dieser Zusammenhang aber noch nicht bewusst ist, haben wir im letzten Jahr als Ergänzung zu den internationalen und deutschen Papieren zu Klimaschutz und Biodiversitätsstrategie unser eigenes Projekt im Landkreis „Stadt – Natur – Lebensqualität – Bündnis für Biologische Vielfalt in der Region Fulda“ begonnen.

Wir möchten damit erreichen, dass Schutz und Förderung der Biologischen Vielfalt im Siedlungsbereich „gelebt“ werden und durch nachhaltige Siedlungsplanung und –entwicklung gleichzeitig Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen mit Hilfe der Natur (naturbasierte Maßnahmen) initiiert werden können.

Mit Hilfe von Kommunen, Privatpersonen, Selbständigen und Institutionen im Landkreis könnten wir viel Positives für Natur, Schutz der Biologischen Vielfalt und Klimaschutz tun.

Im November 2021 wurde das Konzept in der Bürgermeisterkreisversammlung des Landkreises vorgestellt. Weitere Einzeltermine mit Bauämtern, Bauausschüssen und Gemeindevertretungen sind absolviert bzw. in der weiteren Planung.

Das Ziel ist, möglichst viele oder sogar alle Kommunen zu überzeugen, dass die Verabschiedung einer (möglichst gemeinsamen) Biodiversitätsstrategie auch für das Klima und damit auch für alle Bürger*innen des Landkreises von großem Vorteil ist.

Zu gegebener Zeit werden wir sicherlich vielseitige Unterstützung von weiteren Aktiven des BUND benötigen und freuen uns, wenn sich Interessierte direkt bei mir melden.

Fulda, 7. April 2022

Ingeborg Peine
ingeborg.peine(at)bund-fulda.de